Eine Karte, die dir vorrechnet statt zu behaupten
Im Feed steht eine neue Rubrik, „Was wäre wenn". Sie zeigt keine Meldung, sondern eine Rechnung — und sie läuft ab, wenn die Karte in den Blick kommt: zwei Kurven wachsen heran, die Zeit zählt mit, beide Endstände laufen in ihren Wert.
Was du damit machen kannst
- Sehen, was aus einem Einsatz geworden wäre1.000 EUR im Juli 2015 in Bitcoin, 1.000 EUR in US-Aktien — und was heute dastünde. Beide Kurven liegen auf **einer** Skala: Der Abstand zwischen ihnen ist die Aussage der Karte und keine Darstellungsentscheidung.
- Mitgehen, statt zuzusehenBei dieser Karte wächst das Feld mit: Über dem Chart steht der Zeitraum, der gerade erreicht ist, und die Achsen passen sich an, während die Kurven steigen. Du siehst in jedem Augenblick das, was jemand damals gesehen hätte — und nicht von Anfang an, wie es ausgeht.
- Den Sparplan gegen das Konto stellen100 EUR im Monat, elf Jahre lang: einmal ins Depot, einmal aufs Konto mit zwei Prozent. Eingezahlt ist in beiden Fällen dasselbe, und die Karte nennt die Summe.
- Eine Gewohnheit durchrechnenJeden Tag ein Kaffee für 5 EUR ist über elf Jahre eine vierstellige Summe — und die Karte zeigt sie als Kurve, die ins Minus läuft, weil ausgegebenes Geld weg ist. Daneben, was derselbe Betrag angelegt geworden wäre.
- Nochmal ansehenScrollst du an der Karte vorbei und kommst zurück, läuft sie von vorn — von oben wie von unten. Daneben steht ein Knopf für einen weiteren Durchlauf.
- Mit deinem eigenen Titel rechnenHältst du eine Marke, bei der man täglich Geld lässt — ein Gastronomie- oder Getränkehaus, einen Händler —, rechnet die Karte **mit diesem Titel**: sein Name in der Überschrift, sein Kursverlauf in der Kurve, sein Endstand darunter. Hältst du mehrere, nimmt sie die größte Position. Nicht die mit der besten Entwicklung: Das wäre eine Empfehlung, und die bekommst du hier nicht.
- Nur zu deinen ThemenDie Karte kommt, wenn Bitcoin in deinem Depot oder auf deiner Merkliste liegt, wenn du sparst oder wenn du einen der Titel hältst, für die die tägliche Rechnung gilt. Warum du sie siehst, steht wie bei jedem Beitrag an der Karte.
Was wir uns dabei gedacht haben
Die Zahlen sind Beispielrechnungen aus Monatsständen und keine Kursquelle — das steht an jeder Karte, zusammen mit dem, was fehlt: nie verkauft, ohne Kosten und Steuern. Eine Rechnung, die tut, als hätte sie deinen Depotauszug, wäre die schlechtere Erfindung.
Die Achse ist eine Entscheidung und keine Einstellung. Bei 1.000 EUR gegen 364.000 EUR drückt eine gerade Achse die zweite Kurve auf die Nulllinie — das ist die Aussage der Karte, und sie ist ehrlich nur mit dem Satz daneben, dass Bitcoin in derselben Zeit zweimal um mehr als 70 Prozent gefallen ist.
Sortiert und ausgewählt wird nicht nach Kursentwicklung. Die Karte nennt einen Einsatz, der vorher feststand; eine Fläche, die den Gewinner erst im Rückblick auswählt, wäre eine Empfehlung im Feed.
Ohne Bewegung ist die Karte nicht leer, sondern zeigt das Ende: beide Kurven vollständig, die Endstände da. Wer „prefers-reduced-motion" gesetzt hat, verliert den Ablauf und nicht die Auskunft.
Eine solche Karte je Feed. Zwei Flächen, die sich übereinander abspielen, sind keine Übersicht mehr, sondern eine Anzeigenstrecke.
Was die Karte über einen Titel sagt, rechnet sie aus dessen Reihe aus — auch den Satz über den größten Rückgang. Ein fester Satz mit einer geschriebenen Prozentzahl wäre beim zweiten Titel falsch, und niemand würde es merken.
Seitdem verbessert
- 12.09.2026Die Karte läuft jetzt halb so schnellSeit die Achsen mitwachsen, passiert in einem Durchlauf mehr: Die Skala wird neu gewählt, die Linien im Feld werden ausgetauscht, ihre Beschriftungen wechseln, und der Zeitraum über dem Chart wächst mit. Beim Bitcoin-Rennen steht die Achse im fünfzehnten Monat auf 4.000 EUR und im neunzigsten auf 200.000 EUR — fünfzigfacher Maßstab in gut drei Sekunden, und das liest niemand mit. Ein Durchlauf dauert deshalb jetzt rund zehn statt fünf Sekunden. Der Knopf für einen weiteren Durchlauf steht wie bisher daneben, und wer „prefers-reduced-motion" gesetzt hat, bekommt weiterhin sofort das vollständige Bild.
- 12.09.2026Die Karte verrät das Ende nicht mehr in der ersten SekundeDas Verlaufsrennen spielte über einem festen Feld ab: Die Achse stand von Anfang an auf dem Endstand, und wer hinsah, wusste nach einer Sekunde, wohin es geht — die übrigen fünf führten es nur aus. Dazu lagen die ersten Jahre platt am unteren Rand, also genau die Zeit, in der man sich wiedererkennt. Der Vergleich „1.000 EUR in Bitcoin gegen 1.000 EUR in US-Aktien" wächst jetzt mit: Über dem Feld steht der erreichte Zeitraum, die Achsen passen sich an, und der neueste Monat liegt immer am rechten Rand. Du siehst in jedem Augenblick, was jemand damals gesehen hätte. Abgeschaltet zeigt die Karte weiterhin den vollständigen Verlauf mit den Endständen.
- 12.09.2026Das Rennen rechnet jetzt mit deinem TitelDie tägliche Rechnung stand als Beispiel da: fünf Euro am Tag, angelegt im breiten US-Aktienmarkt — ein Markt, den niemand hält. Jetzt setzt sie den Titel ein, den du wirklich hältst: „Jeden Tag 5 EUR bei PepsiCo — oder jeden Tag 5 EUR in die Aktie", mit dem Kursverlauf dieses Titels und seinem Endstand. Hältst du mehrere zulässige, nimmt die Karte die größte Position; hältst du keinen, erscheint sie gar nicht. Welche Titel zulässig sind, ist eine redaktionelle Entscheidung und keine Rechnung: Bei einem Kaffeehaus trägt die Frage, bei einem Ölkonzern wäre sie Unsinn.