Ein Beitrag liest sich jetzt wie ein Artikel
Die eigene Seite eines Beitrags zeigte bisher die Karte aus der Übersicht und darunter den ausführlichen Bericht. Damit fing derselbe Beitrag zweimal an: Überschrift, Bild und Vorspann, dann noch eine Zeile mit demselben Unternehmen, ein zweiter Vorspann und ein Gitter aus achtzehn Kacheln — und erst danach der Text. Wer einen Beitrag aufschlägt, hat ihn gewählt; ihn dann noch einmal anzukündigen ist die Form eines Teasers an einer Stelle, an der der Teaser schon geklickt wurde.
Was du damit machen kannst
- Von oben nach unten lesenErst die Rubrik und der Zeitpunkt, dann die Überschrift, darunter ein Satz, worum es geht. Danach das Bild oder der Kursverlauf, und dann der Text mit seinen Zwischenüberschriften. Die Überschrift ist deutlich größer als in der Übersicht — dort konkurriert sie mit fünfzig anderen, hier ist sie die Überschrift der Seite.
- Bild und Chart, beides an seinem PlatzHat der Beitrag ein Aufmacherbild, steht es oben, und der Kursverlauf kommt als Abbildung im Text — dort, wo von Marken und Zonen die Rede ist, mit einer Zeile darunter, die sagt, was zu sehen ist. Ohne Bild führt der Chart. Vorher war der Kurs ein Feld im Bild und der Verlauf ein Streifen in der Karte.
- Die Zahlen finden, wenn sie gebraucht werdenInstrument, ISIN, WKN, Kürzel, Jahresspanne, Gewinnschätzungen und Analystenziel stehen weiterhin als Kacheln da — nur nicht mehr vor dem ersten Satz, sondern nach dem ersten Kapitel. Dort sind sie der Beleg zu dem, was gerade behauptet wurde, statt eine Hürde vor dem Text. Bei einem Fonds stehen an ihrer Stelle die Zahlen, die dort etwas bedeuten: laufende Kosten, Fondsvolumen, Positionen und der Anteil der zehn größten.
- Zurück zum MarktüberblickOben links steht der Weg zurück, wörtlich wie in der Detailansicht einer Position: „Zurück zum Marktüberblick". Vorher hieß derselbe Weg an der einen Stelle so und an der anderen anders.
- Applaudieren, auch mehrfachAm Ende des Textes steht ein Applaus-Knopf. Er ist nicht der Daumen darüber: Der Daumen sagt, ob der Beitrag an dieser Stelle richtig stand, und hat zwei Werte. Applaus sagt, wie gut der Text war, und hat nur Stärke — du kannst bis zu fünfzig Mal klicken, und der Zähler geht bei jedem Klick sofort mit. Daneben steht, wie viele davon von dir sind.
- MitredenUnter dem Applaus steht ein Kommentarfeld und darunter, was andere geschrieben haben — neueste zuerst, mit Namen, Zeitpunkt und Monogramm. Bis zu 800 Zeichen, genug für einen Widerspruch mit Begründung. Deinen eigenen Kommentar kannst du zurücknehmen; fremde bleiben stehen, auch wenn du dein Profil zurücksetzt.
- Eine Anzeige mitten im TextNach dem ersten Abschnitt unterbricht eine Anzeige den Beitrag, oben und unten von einer Linie eingefasst und mit der Kennzeichnung „Anzeige". Welche du siehst, entscheidet dieselbe Zielgruppenprüfung wie in der Übersicht — und wenn du bei den Verlustgrenzen etwas ausgeschlossen hast, gilt das hier genauso. Es ist genau eine je Beitrag: eine zweite wäre die erste, die man überspringt.
Was wir uns dabei gedacht haben
Der Auslöser war ein Screenshot der alten Seite. Zwischen der Überschrift und dem ersten Satz des Textes lagen achtzehn Kacheln mit Stammdaten — ISIN, WKN, Branche, Region, zwei Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Alles davon ist irgendwann nützlich, und keines davon ist der Grund, aus dem jemand eine Analyse aufschlägt. Die Reihenfolge war die Aussage, und sie war falsch.
Der Applaus stand zur Debatte, weil es den Daumen schon gibt. Sie messen aber nicht dasselbe: Der Daumen bewertet unsere Auswahl — „hat mir dieser Beitrag hier etwas gebracht" — und ist deshalb eine Rückmeldung an uns. Applaus bewertet den Text und ist eine an die Redaktion. Eine gemeinsame Geste hätte keine der beiden Fragen beantwortet.
Zurücknehmen kann man den Applaus nicht, und das ist Absicht. Bei der Zustimmung unter einem fremden Depot wäre das eine Falle — es ist eine öffentliche Zahl. Applaus ist die leiseste Geste, die es gibt; ein Weg hinaus wäre ein Knopf für einen Vorgang, den niemand sucht. Was es stattdessen gibt, ist die Obergrenze.
Die Anzeige steht nicht ganz oben und nicht ganz unten. Oben wäre der Beitrag ihr Rahmen, unten liest sie niemand — nach dem ersten Abschnitt ist man drin und noch nicht durch. Findet der Beitrag die Stelle nicht, weil er zu kurz ist, rückt die Fläche ans Ende, statt still zu verschwinden: Für sie hat jemand bezahlt.
Applaus und Kommentare fangen bei null an. Erfundene Zahlen wären genau die, nach denen jemand seine Einschätzung ausrichtet — dieselbe Regel wie beim Daumen und bei den Antworten am Feedende. Die fremden Kommentare sind die Ausnahme, und sie ist begründet: Ein Kommentarfeld, unter dem in jeder Vorführung „Noch kein Kommentar" steht, zeigt die Funktion, aber nicht ihre Wirkung.