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Analyse27.07., 11:23

iShares Core DAX UCITS ETF: Die Konkurrenz ist billiger geworden – lohnt der Wechsel?

Der Fonds hat das Jahrestief bei 158,64 EUR verlassen und in vier Wochen 14,7 Prozent zugelegt — bis zum Jahreshoch fehlen weiter 13,9 Prozent, und die Streuung ist enger, als die Zahl der Positionen vermuten lässt.

Jens BrandtAnlagestrategie und Portfoliostruktur

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Frankfurter Bankenviertel von einer Mainbrücke aus: Hochhäuser des Finanzviertels im warmen Abendlicht, ruhiges Wasser mit Spiegelung im Vordergrund, klare Silhouette gegen den Himmel. Fotorealistisch, redaktionelle Bildsprache, natürliches Licht, ruhige Farben, 16:9 quer. Keine Logos, keine Marken, keine lesbare Schrift im Bild.

Vor drei Jahren war dieser Fonds der einzige mit dieser Abdeckung. Heute ist er es nicht mehr. Das ist kein Grund zum Verkauf, aber es ändert die Rechnung: Ein Wechsel kostet Spread und möglicherweise Steuer, und beides muss die Kostendifferenz erst einspielen.

  • Für den WechselDie Kostendifferenz wirkt jedes Jahr aufs Neue, ohne dass jemand etwas tun muss.
  • Gegen den WechselSpread und Steuer zahlt man sofort, die Ersparnis kommt über Jahre — und das Dranbleiben wirkt verlässlicher als die Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze

iShares Core DAX UCITS ETF notiert bei 216,80 EUR und hat sich damit 36,7 Prozent über das 52-Wochen-Tief geschoben; zum Hoch von 251,83 EUR fehlen 13,9 Prozent.

Der Aufbau ist die eigentliche Frage: 235 Positionen bei laufenden Kosten von 0,16 Prozent — davon liegen 41 Prozent in den zehn größten. Breit gestreut auf dem Papier, an der Spitze konzentriert in der Wirkung.

Chart-Check: Erholungsswing mit Widerstand bei 230,00 EUR

Widerstand 229,81
Kursverlauf iShares Core DAX UCITS ETF (EXS1) — zuletzt 216,80 EUR, +1,82 EUR · +0,84 %

Der Kurs hat in den vergangenen vier Wochen 14,7 Prozent zugelegt und notiert bei 216,80 EUR. Das Jahrestief bei 158,64 EUR liegt damit 36,7 Prozent zurück, das Jahreshoch bei 251,83 EUR noch 13,9 Prozent voraus. Der nächste markante Widerstand liegt im Bereich um 230,00 EUR — dort lagen zuvor Unterstützungen, und was einmal gehalten hat, wird auf dem Rückweg zuerst wieder geprüft.

Der RSI steht bei 71. Das spricht für abnehmenden Verkaufsdruck und zugleich für eine kurzfristige Überhitzung — beides zusammen, nicht das eine oder das andere. Entscheidend bleibt, ob der Kurs die Zone um 200,00 EUR als Unterstützung behält: Was der Chart nicht zeigt, ist der Grund — eine Meldung zum Unternehmen löst jede eingezeichnete Linie in einer einzigen Kerze auf.

Instrument
iShares Core DAX UCITS ETF
ISIN
DE0005933931
WKN
593393
Kürzel
EXS1
Gattung
ETF
Branche
Aktien breit gestreut
Region
Deutschland
Kurs
216,80 EUR
Veränderung heute
+0,84 %
52-Wochen-Hoch
251,83 EUR
52-Wochen-Tief
158,64 EUR
Laufende Kosten
0,16 % p.a.
Fondsvolumen
48,3 Mrd. EUR
Positionen
235
Top 10 zusammen
41 %

Aufbau und Kosten: 0,16 % im Jahr, 235 Positionen

Der Fonds hält 235 Positionen und verwaltet 48,3 Mrd. EUR. Die laufenden Kosten liegen bei 0,16 Prozent im Jahr — auf zwanzig Jahre gerechnet ist das der Teil der Rendite, der sicher weg ist, während alles andere Prognose bleibt.

Die Streuung ist enger als die Zahl der Positionen: Auf die zehn größten entfallen 41 Prozent des Fondsvermögens. Wer diesen Fonds neben Einzeltiteln aus derselben Spitze hält, ist doppelt investiert, ohne es an der Positionsliste zu sehen — das ist der häufigste unbeabsichtigte Klumpen in einem Privatdepot.

Was ein Indexfonds nicht leistet, gehört zur Beurteilung dazu: Er trifft keine Auswahl. Wird eine Position im Index teuer, kauft er sie teurer nach — nicht aus Überzeugung, sondern nach Regel. Genau diese Regel ist der Grund, aus dem er auf lange Sicht funktioniert, und der Grund, aus dem er eine Übertreibung mitmacht.

Zuflüsse: Das Geld kommt weiter herein

In den vergangenen Wochen flossen netto 0,25 Mrd. EUR in den Fonds. Das sind 0,5 Prozent des Fondsvolumens — gemessen am Volumen eine ruhige Bewegung.

Zu einem Indexfonds gibt es keine Analystenurteile — er hat kein Management, das jemand einschätzen könnte. Die Zuflüsse sind der Ersatz dafür und die ehrlichere Größe: Sie sind keine Meinung, sondern eine Handlung. Für den Kurs bedeuten sie allerdings nichts: Ein ETF notiert am Wert seiner Bestandteile, und wer ihn kauft, treibt nicht seinen Preis, sondern lässt Anteile schaffen.

Das Setup: Chance-Risiko-Verhältnis von 0,6 zu 1

Wer die Bewegung handeln will, findet die Einstiegszone zwischen 215,00 EUR und 220,00 EUR, solange der Kurs die Unterstützung um 200,00 EUR hält. Ein Stop unter dem letzten Zwischentief liegt bei 195,00 EUR. Der Analystenkonsens liegt mit 220,00 EUR unter dem aktuellen Kurs — als erste Marke darüber bleibt der Widerstand um 230,00 EUR; daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 0,6 zu 1.

Wer der optimistischeren These von Morgan Stanley folgt, peilt 235,00 EUR an — Voraussetzung dafür bleibt, dass der Markt die harten Zahlen wieder stärker gewichtet als die Erzählung darüber.

Diese Marken sind ein Anlass zum Nachdenken und keine Anweisung: Ein Trend gilt, bis er gebrochen ist, und der Bruch ist erst nachträglich zu erkennen. Vor der Frage nach dem Einstieg steht ohnehin die andere — passt der Titel zu dem, was schon im Depot liegt? Ein weiterer Wert aus derselben Branche erhöht die Rendite nur, wenn er sich anders verhält als der Rest.

Quelle: Kurs- und Stammdaten des Fonds; Kostenquote, Fondsvolumen, Gewichtung, Zuflüsse und Marken sind in dieser Vorschau Beispielwerte. Keine Anlageempfehlung.

Kommentare

0/800
  • Konstantin, 4727.07., 21:03

    Das KGV allein sagt hier wenig. Interessanter wäre, wie viel von dem Gewinnwachstum aus Zukäufen kommt.

  • Sven, 5027.07., 18:53

    Für mich zählt bei so einem Titel nur die Ausschüttung und ob sie aus dem Cashflow gedeckt ist. Steht hier, gut.

  • Ferhat, 4127.07., 16:43

    Einstiegszonen sind der Teil, den ich immer überlese. Der Titel passt ins Depot oder nicht.

  • Konstantin, 4727.07., 14:33

    Die Analystenmehrheit auf „Halten" ist für mich kein Signal, sondern das Eingeständnis, es nicht zu wissen.

Anlagestrategie und Portfoliostruktur · 29 Beiträge

Schreibt über die Frage vor der Frage: Passt ein Titel zu dem, was schon im Depot liegt? Hält Streuung für das einzige Instrument, das ohne Prognose funktioniert.

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